Werden die Grenzen der „Open“ Kategorie eingehalten, ist vor dem Flug eine Bewilligung durch Austro Control nicht erforderlich. Der Betreiber muss sich aber registrieren und der Pilot des unbemannten Luftfahrzeuges muss – je nach Art des Betriebs – über den passenden Nachweis seiner Kompetenz verfügen.

Für alle Flüge in der „Open“ Kategorie gilt grundsätzlich:

  • Es muss ein ununterbrochener Sichtkontakt zur Drohne ohne technische Hilfsmittel gegeben sein.
  • Es darf maximal bis 120 m über Grund geflogen werden.
  • Die Drohne darf nicht über 25 kg haben.
     


Die „Open“ Kategorie wird weiter in drei Unterkategorien aufgeteilt: A1, A2 und A3.

 

A1

Ein Betrieb in der Unterkategorie A1 kann mit Drohnen unter 900g maximalem Abfluggewicht mit der Kennzeichnung C0 und C1 und Eigenbauten unter 250g (aber auch vor 31.12.2020 in Verkehr gebrachte Geräte unter 250g) durchgeführt werden. Während beide Drohnenklassen in einem „Follow-me“ Modus innerhalb von 50 Metern betrieben werden können, ist der Überflug von unbeteiligten Personen nur mit einer C0 Drohne gestattet.


A2

Die Unterkategorie A2 ist für Drohnen in der Klasse C2 (900g bis 4 kg) vorgesehen und definiert einen Mindestabstand von 30 Metern zu unbeteiligten Personen. Dieser Abstand kann auf bis zu 5 Metern verringert werden, wenn die Drohne in einem „Low-Speed Mode“ mit maximal 3 m/s betrieben wird und externe Umstände (Wetter, etc.) es zulassen.

A3

Die Unterkategorie A3 ist für Drohnen von 900g bis 25 kg maximalem Abfluggewicht vorgesehen und sieht zusätzliche Vorkehrungen vor. So darf das Fluggerät nur mit mindestens 150 Meter Abstand zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- oder Erholungsgebieten benutzt werden. Im geplanten Flugareal dürfen sich keine unbeteiligten Personen aufhalten. In diese Kategorie fallen C2, C3 und C4 Drohnen und selbst gebaute Geräte mit einem Abfluggewicht von bis zu 25 kg.

Nach dem neuen Regulativ wird eine „Remote ID“ Funktion verlangt, welche die Höhe, Position, Betreiberkennung und andere Informationen an alle Empfänger in Funkreichweite überträgt. Diese Anforderung wird gekoppelt mit einer „Geo-Awareness“ Funktion, die Luftraumgegebenheiten erkennt und den Betreiber bei potenziellen Verstößen warnt und wird bei C1, C2 und C3 Drohnen verlangt. Aufgrund ihres geringen Gewichts sind C0 Drohnen von dieser Regelung nicht betroffen. Ebenso entfällt diese Anforderung bei C4 Drohnen und selbst gebaute Geräte mit einem Abfluggewicht von bis zu 25 kg.




Je nach Unterkategorie muss auch der Drohnen-Pilot verschiedene Voraussetzungen erfüllen:
 

  • Für A1 muss sich der Drohnen-Pilot mit dem Benutzerhandbuch vertraut machen. Beim Betrieb von Drohnen ab 250g muss zum Erwerb der zum Drohnenflug erforderlichen Kenntnisse zusätzlich eine Online-Kurs absolviert und danach online ein Test abgelegt werden.
  • Auch für A3 muss sich der Drohnen-Pilot mit dem Benutzerhandbuch vertraut machen und den Online-Kurs und Online-Test absolvieren.
  • Für den Betrieb in A2 ist zusätzlich noch Flugpraxis und die Ablegung einer Theorie-Prüfung bei Austro Control erforderlich.
Alle Informationen zum neuen „Drohnenführerschein“ und wie Sie diesen erhalten finden sie hier.

Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass je nach Unterkategorie verschiedene Anforderungen an den Betrieb, das Gerät und den Piloten gestellt werden.

ACHTUNG

In bestimmten Gebieten (z.B. Gebiete rund um Flughäfen und Flugplätze, Flugbeschränkungsgebiete, …) dürfen Flüge nur mit vorheriger Bewilligung von Austro Control bzw. von anderen Behörden durchgeführt werden.

Eine Übersicht über diese Gebiete sowie weitere Informationen finden sie unter map.dronespace.at bzw. in der Austro Control Drohnen-App „Drone Space".



Hier finden Sie eine Übersicht über die Voraussetzungen der Kategorien A1, A2 und A3



Übergangsregelung für Geräte ohne EU Kennzeichnung
 

Haben Sie bereits eine Drohne, die die oben genannten technischen Anforderungen nicht erfüllt und daher keine Kennzeichnung C0, C1, C2, C3 oder C4 aufweist? Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie Ihre Drohne während der Übergangsfristen trotzdem in der „Open“ Kategorie verwenden:

  • Drohnen bis 500 g können unter den Voraussetzungen der Unterkategorie A1 verwendet werden. Für Geräte unter 250 g gelten Erleichterungen.
     
  • Drohnen bis 2 kg können unter den Voraussetzungen der Kategorie A2 verwendet werden. Jedoch ist zu unbeteiligten Personen ein Abstand von mind. 50 Metern (anstatt 30 Metern) einzuhalten.
     
  • Drohnen unter 25 kg können unter den Voraussetzungen der Kategorie A3 verwendet werden.

Die CE-Kennzeichnung

Die CE-Kennzeichnung hilft Ihnen bei der Wahl Ihres nächsten Gerätes. Ob ein Gerät die neuen CE-Richtlinien erfüllt, können Sie an der Verpackung und an der Drohne selbst feststellen, hier muss das neue CE-Klassenkennzeichen mit der entsprechenden Klassennummer angebracht sein. Ab 1.1.2023 müssen alle neuen Geräte die neuen CE-Richtlinien erfüllen. Drohnen mit dem entsprechenden Klassenkennzeichen sollen erstmals im Laufe des Jahres 2021 verfügbar sein.

 

Alle Voraussetzungen für den Betrieb finden Sie in dieser detaillierten Übersicht zu den Übergangsregelungen:



Modellflug

Der Betrieb von Modellflugzeugen (auch auf Modellflugplätzen) wird ab 31.12.2020 vom europäischen Regulativ erfasst. Das heißt, dass sich auch Betreiber von Flugmodellen registrieren müssen. Für Betreiber von Flugmodellen gibt es verschiedenen Möglichkeiten:

  • Der Betrieb erfolgt im Rahmen der „Open“ Kategorie (zB in der Unterkategorie A3). Dabei ist vor allem darauf zu achten, dass die vorgeschriebenen Sicherheitsabstände eingehalten werden und der Pilot den erforderlichen Online-Kurs und Online-Test absolviert hat.
     
  • Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit für Modellflugvereine, individuelle Bewilligungen für den Betrieb im Verein zu beantragen, zB für Flüge über 120 m oder mit Flugmodellen über 25 kg.
     
  • Bereits (nach österreichischem) Recht an Modellflugvereine erteilte Bewilligungen gelten unter den im Bescheid angeführten Auflagen, Bedingungen und Befristungen weiterhin.

Leitfaden für Modellflug

In unserem Leitfaden zum neuen EU-Regulativ finden Sie übersichtlich zusammengefasst alle Informationen für Modellflieger.
 

Weiterführende Informationen zum europäischen Regulativ finden Sie auch auf der Homepage der EASA .

HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN

Meine Drohne hat keine CE-Kennzeichnung der erwähnten Klassen C0 bis C4. Kann ich sie trotzdem im europäischen Regulativ weiterhin verwenden bzw. benötige ich dann jedenfalls eine Bewilligung der Austro Control?
Wenn die Drohne in der Open Kategorie verwendet wird, ist hierfür eine Bewilligung der Austro Control nicht erforderlich. In der Übergangsfrist können auch Drohnen ohne CE-Kennzeichnung in der Open Kategorie verwendet werden, sofern gewisse Gewichtsgrenzen (bis 500 g für den Betrieb in A1, bis 2 kg für den Betrieb in A2, bis 25 kg für den Betrieb in A3) nicht überschritten und die Vorgaben der jeweiligen Kategorie eingehalten werden. Der Betreiber der Drohne muss sich lediglich online registrieren und sicherstellen, dass alle Drohnen-Piloten die notwendige Kompetenz aufweisen.
Darf ich meine alte Drohne in der Kategorie Open weiterhin fliegen?
Ja, aber Sie müssen einige Bestimmungen beachten. Grundsätzlich gilt die Übergangsfrist für nicht CE-klassenkonforme Drohnen und Selbstbauten bis 1.1.2023.
 
- Drohnen unter 500 g Startgewicht dürfen nicht über unbeteiligten Personen fliegen, gemäß Unterkategorie A1.
- Drohnen ab 250 g unterliegen der Verpflichtung zur Ablegung eines Fernpiloten-Kompetenznachweis (Drohnenführerschein). D.h. Sie müssen die kostenlose Online-Prüfung ablegen.
 
- Drohnen zwischen 500 g und 2 kg Startgewicht müssen 50 Meter oder mehr (horizontal) von Personen entfernt fliegen, und der Pilot muss eine Ausbildung gemäß Unterkategorie A2 absolvieren. Das bedeutet, dass Sie eine Präsenzprüfung bei Austro Control ablegen müssen.
 
Der Betrieb dieser Geräte kann auch nach diesem Datum in der Kategorie Open stattfinden, jedoch nur mehr in Open Unterkategorie A1 für Drohnen unter 250g bzw. A3 für Drohnen unter 25kg.
Meine Drohne hat weniger als 250 g, aber eine Kamera. Muss ich mich registrieren und den Test machen?
Ja, dann ist eine Registrierung jedenfalls notwendig. Sie müssen allerdings keinen Test absolvieren.
Meine Drohne hat mehr als 250g aber weniger als 900g Startgewicht. Muss ich den Test absolvieren? Oder reicht die Registrierung?
Ja. Sie müssen einen Online-Kurs sowie einen Online-Test absolvieren. Eine Registrierung ist ebenfalls notwendig. Vergessen Sie nicht an eine entsprechende Versicherung und das Anbringen der Registrierungsnummer an Ihrem Gerät.
Wie muss die Kennzeichnung des Geräts mit der Registrierungsnummer im Fall von vorbildgetreuen Flugmodellen aussehen?
Die Registrierungsnummer muss vom Betreiber gut sichtbar auf allen seinen Geräten angebracht werden, die Form bleibt dem Betreiber überlassen. Bei vorbildgetreuen Drohnen ist das Anbringen der Registrierungsnummer innerhalb der Drohne erlaubt. Bevorzugt sollte hier das zugängliche Akkufach verwendet werden.
Wird es Ausnahmen zum Kompetenznachweis geben, zum Beispiel für den Modellflugbetrieb in Vereinen?
Modellflug kann ohne Bewilligung im Rahmen der "Open" Kategorie durchgeführt werden (zB in der Unterkategorie A3), dann ist auch die Absolvierung des Online-Kurses und -Tests erforderlich. Alternativ kann der Betrieb von Flugmodellen im Rahmen von Modellflugvereinen erfolgen, wenn diese eine Bewilligung bei Austro Control beantragen.
Wie wird bei kurzfristigen Aufenthalten von Besucher außerhalb der EU umgegangen (zB bei Modellflug-Wettbewerben)?
Der Betrieb von Drohnen innerhalb der EU ist künftig nur mit Registrierung des Betreibers und entsprechendem Kompetenznachweis des Piloten möglich. Das gilt auch für einen kurzfristigen Aufenthalt von Betreibern aus Drittstaaten