Das neue europäische Drohnen-Regulativ

Mit einer neuen EU-Verordnung wird das Fliegen mit Drohnen in der EU einheitlich geregelt. Die Verordnung (EU) 2019/947 tritt am 31.12.2020 in Kraft. Übergangsregelungen bis 2023 und darüber hinaus stellen sicher, dass der Übergang ein fließender ist, und bereits gekaufte Drohnen weiterhin verwendet werden dürfen.

 
  • Mit dem Drohnenregulativ der Europäischen Kommission werden die nationalen Gesetze zu unbemannten Luftfahrzeugen der EU Mitgliedsstaaten vereinheitlicht.
     
  • Damit wird der europäische Markt standardisiert, was zu Vereinfachungen für den Drohnennutzer aber auch für Hersteller führen soll.
     
  • Das neue Regulativ tritt  mit 31. Dezember 2020 in Kraft, eine Übergangsperiode für ältere Drohnen, die die neuen technischen Anforderungen nicht erfüllen, ist bis 1. Jänner 2023 vorgesehen.
     
  • Die Einstufung des Drohnenbetriebs wird in die Kategorien "open", "specific" und "certified" eingeteilt, die für den Freizeitanwender relevante "open" Kategorie, wird in drei weitere Unterkategorien aufgeteilt.
  • Damit ermöglicht man den Nutzern möglichst viel Freiheit und gewährleistet gleichzeitig die Sicherheit der bemannten Luftfahrt und die Sicherheit am Boden.
     
  • In der "Open" Kategorie ist der Flug bis zu 120 m über Grund gestattet, ein Überfliegen von Menschenansammlungen ist dabei prinzipiell verboten.
     
  • Neu ist auch die Registrierung, die Drohnenbesitzer vornehmen müssen. Online-Schulungen und Kompetenznachweise (Drohnenfüherschein) können ebenfalls erforderlich sein, um das Sicherheitsverständnis zu fördern.
     
  • Für Kleinstdrohnen unter 250g und Modellflugzeuge ändert sich dabei wenig, da bisherige Daten zeigen, dass diese bereits sehr sicher sind.



In welche Kategorie falle ich beim Betrieb meiner Drohne?


Der Betrieb von Drohnen wird – je nach Risiko – in drei Kategorien eingeordnet: „open“, „specific“ oder „certified“.

Nach diesem risikobasierten Ansatz werden für Drohneneinsätze mit erhöhtem Risiko zusätzliche Anforderungen an das Gerät, den Piloten und den Betrieb gestellt.

 

Weiterführende Informationen zum europäischen Regulativ finden Sie auch auf der Homepage der EASA.

HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN

Worin liegt der Sinn einer EU-weiten Regulierung?
Um die Chancen der Technologie „Drohne“ nicht ungenützt zu lassen, gleichzeitig jedoch ein größtmögliches Maß an Sicherheit im Luftraum zu gewährleisten, hat die Europäische Union europaweit gültige Regelungen für die Drohnennutzung erlassen, die ab dem 31.12.2020 in allen Mitgliedsstaaten gelten.
Wo gilt das neue Regulativ?
Das neue Regulativ gilt in allen Mitgliedstaaten der EU.
Was ist neu?
Die neue EU-Drohnenverordnung unterteilt den Betrieb von Drohnen  in drei Kategorien. Nach Gewicht und Einsatzumgebung unterscheiden sie sich in open, specific und certified.
Die Kategorie 'open' ist für den Privatbetrieb relevant und umfasst 5 unterschiedliche Klassen von Drohnen:

Bis zu einem maximalen Abfluggewicht von:
  •  250 Gramm (C0)
  •  900 Gramm (C1)
  • 4 kg (C2)
  • 25 kg (C3 und C4)
Grundsätzlich definiert die Höhe des Risikos die Auflagen. Das bedeutet: Je schwerer die Drohne, desto größer der Abstand zu unbeteiligten Personen. In der Kategorie 'open' beträgt die maximal erlaubte Höhe 120 Meter und es muss stets eine direkte Sichtverbindung zur Drohne bestehen.
Ändern sich auch die Flugverbotszonen?
Nein. Mit dem neuen Regulativ wird sich an den bestehenden Flugverbotszonen in Österreich nichts ändern. In der Nähe von Flughäfen oder militärischen Einrichtungen etwa ist das Fliegen weiterhin nicht erlaubt. Mit der Dronespace-App der Austro Control können Sie sich jederzeit vergewissern, ob Sie in dem von Ihnen gewünschten Gebiet fliegen dürfen, oder nicht.
Muss ich auch im neuen Regulativ meine Drohne versichern?
Ja, die Versicherungspflichten bleiben aufrecht. Nehmen Sie dazu am besten Kontakt mit Ihrer Versicherung auf.
Wann treten die neuen Bestimmungen in Kraft?
Die Verordnung über die Vorschriften und Verfahren für den Betrieb von Drohnen gilt ab 31.12.2020. Für einige Bestimmungen gibt es aber Übergangsfristen. Vollständig anzuwenden ist die Verordnung ab 01.01.2023.
Ich habe eine Bewilligung, die noch bis Ende 2021 gültig ist. Muss ich mich trotzdem registrieren und den Online-Test machen?
Gültige Bewilligungen können auch nach Anwendbarkeit der EU-Verordnung weiterhin verwendet werden, sofern sich der Betreiber online registriert. Die Absolvierung eines Online-Kurses und der Online-Prüfung ist nicht erforderlich, wenn die Drohne im Rahmen der erteilten Betriebsbewilligung verwendet wird.
Woher weiß ich, in welche Kategorie meine Drohne fällt?
Wenn Ihre Drohne über ein CE-Marking verfügt, ist die Kategorie angegeben. Sollte Ihre Drohne über kein CE-Marking verfügen, sind die Gewichtsklassen wichtig. Eine guten Überblick zu Ihrer Orientierung finden Sie hier.